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Ausstellung

„Apostel für die Schönheit“

Hätte sich der Künstlerarchitekt und Alpinist Max Schultze (1845–1926) nicht selbst so bezeichnet, man hätte diesen Titel für ihn erfinden müssen. Das Zitat stammt aus einem Brief an seinen Freund Johann Baptist Laßleben vom 1. Januar 1920, worin er diesem davon berichtet, wie er mit seinen zwischen 1904 und 1907 für die Sektion Regensburg des Bayerischen Waldvereins gehaltenen Vorträgen „in Regensburg den `Apostel für die Schönheit der Umgebung´“ gespielt habe. Ohne Zweifel hat sich Schultze damit recht treffend charakterisiert, denn er war ja nicht nur selbst Zeit seines Lebens auf der Suche nach dem Schönen in Natur, Architektur und Kunst, sondern er wollte stets auch seinen Mitmenschen die Augen für die Schönheit ihrer natürlichen und gebauten Umwelt öffnen.

 

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Der aus einer angesehenen Beamtenfamilie stammende und ziemlich genau vier Jahrzehnte als Hofarchitekt in Diensten des Fürstenhauses Thurn und Taxis stehende Max Schultze war um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine der vielseitigsten  Persönlichkeiten Regensburgs und eine namhafte Größe der damaligen Stadtgesellschaft. Gut vernetzt bis in höchste Kreise und vielfältig engagiert, hat er in Beruf, Freizeit und Ehrenamt mit dem ihm eigenen Schaffensdrang und wohl auch dank seines  „apostolischen“ Selbstbewusstseins ein beeindruckendes Lebenswerk geschaffen. Doch bei aller öffentlichen und privaten Anerkennung, die ihm von seinen Zeitgenossen zuteil geworden ist,2 und trotz zahlreicher, vornehmlich architektonischer und künstlerischer Spuren, die sich bis heute von diesem Lebenswerk in ganz Bayern und weit darüber hinaus erhalten haben, ist Max Schultze gut 175 Jahre nach seiner Geburt und knapp hundert Jahre nach seinem Tod weitgehend aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Verantwortlich dafür sind wohl vor allem die tiefgreifenden gesellschaftlichen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts und natürlich auch die Tatsache, dass es keine direkten Nachkommen gab, die sich um sein Erbe hätten kümmern können.

Dass der Name Max Schultzes zumindest in Regensburg nicht ganz in Vergessenheit geraten ist, liegt hauptsächlich an dem von
ihm seit 1906 angelegten und später nach ihm benannten Steig am rechten Donauufer stromaufwärts von Regensburg. Dennoch dürften bis heute nur wenige Spaziergänger wissen, wer genau sich hinter dem Namensgeber verbirgt. Denn eine wissenschaftliche Beschäftigung mit Schultze setzte eigentlich erst mit der 1991 eingereichten Dissertation des Regensburger Kunsthistorikers Wolfgang Baumann über „Das fürstlich Thurn- und Taxissche Schloß St. Emmeram in Regensburg. Architektur und Zimmerdekorationskunst im Historismus 1872–1912“ ein.3 Diese leider ungedruckt gebliebene Arbeit bildet nach wie vor das tragende Fundament der noch am Beginn stehenden Schultze-Forschung. Baumanns Verdienst war es auch, den „vergessenen Regensburger Architekten“ mit einem 1995/96 anlässlich des 150. Geburtstags Schultzes veröffentlichten Aufsat erstmals wieder einer breiteren Öffentlichkeit in Erinnerung gerufen zu haben.4 Eine vom 15. Juni bis 12. Juli 1995 von der Sektion Regensburg des Deutschen Alpenvereins und vom Kulturreferat der Stadt Regensburg veranstaltete Ausstellung im Naturkundemuseum in Regensburg hatte zwar das gleiche Ziel. Nicht zuletzt weil diese Schau aber undokumentiert blieb, gerieten Max Schultze und sein Erbe aber schon bald wieder aus dem Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Ein neuer Impuls ging erst wieder von der Digitalisierung der beim Verlag Laßleben in Kallmünz aufbewahrten umfangreichen
Sammlung originaler Diapositive und Glasnegative von Max Schultze-Fotografien im Jahre 2015 aus. Dank der Aufgeschlossenheit des Verlegers Erich Laßleben konnte mit diesem bemerkenswerten Bildmaterial vom 4. September bis 15. Oktober 2017 vom Kulturreferat des Landkreises Regensburg, vom Landschaftspflegeverband Regensburg e.V. und von den Lehrstühlen für Ökologie und Naturschutzbiologie sowie Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg im Foyer des Landratsamtes Regensburg eine sehr erfolgreiche kleine Ausstellung über den Landschaftsfotografen Max Schultze gezeigt werden.

Dabei wurde von einigen Besucherinnen und Besuchern die Idee geboren, das gesamte Lebenswerk Max Schultzes noch einmal in einem erheblich umfassenderen Rahmen zu würdigen. Und so entstand ein loser Arbeitskreis, in dem im Laufe der Zeit letztlich alle Autoren und Herausgeber dieses Bandes direkt oder indirekt mitgewirkt haben, darunter erfreulicherweise auch 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines sechsmonatigen kunstgeschichtlichen Seminars an der Universität Regensburg.
Der Plan war, zunächst ein wissenschaftliches Symposion zu organisieren, um auf der Grundlage der dabei gewonnenen Erkenntnisse
eine neue Ausstellung samt Katalog zu konzipieren. Nach monatelangen Vorbereitungen konnte die Tagung wie vorgesehen
am 6. und 7. März 2020, also gerade noch vor dem ersten Corona-Lockdown, vom Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
und vom Deutschen Alpenverein Sektion Regensburg e.V. in Zusammenarbeit mit den Museen der Stadt Regensburg und mit der Fürst
Thurn und Taxis Hofbibliothek im Runtingerhaus in Regensburg durchgeführt werden.7 Die ursprünglich schon für Ende 2020 geplante Ausstellung musste pandemiebedingt verschoben werden und ist jetzt ab dem 9. Juli 2021 in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel in Regensburg zu sehen. Sie wird von den Museen der Stadt Regensburg in Kooperation mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg, mit der Fürst Thurn und Taxis Hofbibliothek und mit dem Institut für Kunstgeschichte an der Universität Regensburg veranstaltet.

Von Anfang an war die langjährige zweite Vorsitzende der Regensburger Alpenvereinssektion, Gisela Zundel, ein maßgeblicher
Motor dieses aus bürgerschaftlichem Engagement heraus entstandenen Projekts. Ihr lag sehr viel daran, die Erinnerung an den Alpinisten Max Schultze wachzuhalten. Leider ist sie wenige Tage vor dem Symposion, zu dem sie selbst einen Vortrag beisteuern wollte, zunächst sehr schwer erkrankt und dann am 9. September 2020 an den Folgen dieser Erkrankung verstorben. Den Erfolg ihrer Bemühungen durfte sie nicht mehr erleben, ihr sei deshalb dieser Katalog gewidmet.

Max Schultze war ein Kind des „langen“ 19. Jahrhunderts, welchem der berühmte Karl Friedrich Schinkel schon sehr früh attestierte,
dass es unter anderem von der „Entdeckung des Bedrohten“ geprägt sei. Nun würde diese Formulierung wohl auch auf unsere Gegenwart passen, man braucht sich nur die gesellschaftlichen Diskurse der letzten Jahre zu den Themen Flüchtlingskrise, Klimawandel oder Corona-Pandemie vor Augen führen. Die interdisziplinäre Beschäftigung mit dem Leben und Werk des selbsternannten „Apostels für die Schönheit“ lohnt sich deshalb aus mehreren Gründen nach wie vor, selbst wenn – oder vielmehr gerade weil – sein Name heute vielleicht vielen nichts mehr sagt. Zum einen natürlich aus kunstgeschichtlicher Sicht: Das vielseitige Werk Schultzes als Architekt und Künstler ist schlicht von zu hoher Qualität, um es undokumentiert dem Vergessen anheimzugeben. Zum anderen aus kulturgeschichtlicher und historischer Sicht: Schultze ist als typischer Vertreter der sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch in Bayern allmählich formierenden Heimatschutzbewegung anzusprechen, über deren Protagonisten immer noch viel zu wenig bekannt ist. Zum dritten wegen der vielen aktuellen Bezüge: Zeit seines Lebens hat Schultze konsequent den Gedanken des Naturschutzes und der Heimatpflege kultiviert, an seinem Beispiel kann man deshalb viel über Möglichkeiten und Grenzen bürgerschaftlichen Engagements in diesen Bereichen lernen.


Unser abschließender Dank gilt noch einmal allen Referentinnen und Referenten sowie den Moderatoren des Symposions, allen
Autorinnen und Autoren des Katalogbandes, allen Leihgebern und selbstverständlich auch allen beteiligten Institutionen und Vereinen. Ein ganz besonderer Dank gebührt der Stadt Regensburg und hier vor allem dem Kulturreferenten Herrn Wolfgang Dersch. Er stand unserem Vorhaben von Anfang ausgesprochen wohlwollend gegenüber und seine tatkräftige Unterstützung ermöglichte es, die eine oder andere entscheidende Klippe zu umschiffen. Last but not least danken wir Frau Dr. Alexandra Demberger, die seit November 2020 im Auftrag des Historischen Vereins die inhaltliche und logistische Koordination der Umsetzung von Ausstellung und Katalog übernommen hat. Ihrem unermüdlichen und umsichtigen Einsatz ist es ganz wesentlich zu verdanken, dass alles zu einem guten Abschluss gebracht werden konnte.

Regensburg, im Mai 2021

Die Herausgeber:
Dr. Thomas Feuerer
Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg

Prof. Dr. Julian Jachmann
Institut für Kunstgeschichte an der Universität Regensburg

Dr. Reiner Meyer
Städtische Galerie im Leeren Beutel

Dr. Peter Styra
Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv – Hofbibliothek –Museen

Aus dem Vorwort des Austellungskatalogs

„Apostel für die Schönheit“

Max Schultze (1845-1926) als Architekt, Künstler, Alpinist, Natur- und Heimatschützer
Eine Ausstellung zum 175. Geburtstag
Zeit: 10.07.-03.10. Ort: Regensburg, Städtische Galerie im Leeren Beutel, Bertoldstraße 9

Der aus Partenkirchen stammende Architekt Max Schultze (1845-1926) stand seit 1872 insgesamt 40 Jahre lang in Diensten des Fürstenhauses Thurn und Taxis in Regensburg. Neben seinem umfangreichen architektonischen Schaffen in der Stadt und weit darüber hinaus widmete sich der begeisterte Alpinist und Wanderer in seiner Freizeit auch der Zeichnung, Malerei und Fotografie. Als langjähriger Vorsitzender der Sektion Regensburg des Alpenvereins und Ehrenmitglied der Sektion Regensburg des Waldvereins kultivierte er konsequent den Gedanken des Naturschutzes und der Heimatpflege, wobei er sich für die Wertschätzung der heimischen Bauweise der Oberpfalz und den Erhalt ihrer landschaftlichen Schönheiten ganz besonders engagierte. Die Ausstellung baut auf ein wissenschaftliches Symposion am 6. und 7. März 2020 im Runtingersaal in Regensburg auf und würdigt Max Schultze als bedeutenden Universalkünstler und typischen Vertreter der sich gegen Ende des 19 Jahrhunderts auch Bayern allmählich formierenden Heimatschutzbewegung.

Eintritt frei. Eine Ausstellung der Museen der Stadt Regensburg in Kooperation mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg, mit der Fürst Thurn und Taxis Hofbibliothek und mit dem Institut für Kunstgeschichte an der Universität Regensburg
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