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Max Schultze

Versuch einer Würdigung Julian Jachmann und Peter Styra

Aus der Perspektive des heutigen Architektenberufes überrascht bei einem Blick auf Leben und Werk Max Schultzes (Wikipedia) zweierlei: Erstens die extreme regionale Beschränkung der Projekte und die damit verbundene Exklusivität der Tätigkeit für eine kleine Gruppe an Auftraggebern, zweitens das überaus anspruchsvolle Spektrum an Tätigkeiten. Letzteres ist durchaus typisch. Ein Architekt des späten 19. Jahrhunderts hatte in technischen Fragen ebenso beschlagen zu sein wie im Entwurf von Ornament, versiert ebenso in der Verwendung moderner Baukonstruktion wie im freien Zeichnen. Neben der Errichtung dominierender Prachtbauten gehörten auch die Komposition malerischer Raumausstattungen und der Umgang mit historischer Bausubstanz zu seinen Aufgaben. Der Stilpluralismus forderte zudem eine Kompetenz in diversen Formensprachen, so arbeitete Schultze mit Formen der Gotik, der Renaissance, des Rokoko und des Jugendstil.

Weniger typisch ist in dieser Zeit die fast exklusive Tätigkeit als Hofarchitekt für ein Fürstenhaus. Zwar war die Bedeutung der fürstlichen Auftraggeber für Kunst und Kultur auch um 1900 noch weit wesentlicher als gemeinhin angenommen. Architekten durchliefen jedoch auf Grund der Dominanz von freiem Markt und Wettbewerb meist ein bewegteres Berufsleben, als sich in einer malerischen bayerischen Provinzmetropole vom „Bauinspektor“ zum „Wirklichen Oberbaurat“ emporzuarbeiten.

Darüber hinaus wandte sich Schultze der Stadt und Landschaft unter dem Gesichtspunkt des Heimatschutzes zu. Auf allen Maßstabsebenen ist dieses Bemühen zu spüren – von der Einfügung eines komplett neuen Schlosstrakts in ein historisch gewachsenes Ensemble über das Interesse für das Stadtbild Regensburgs bis zur Würdigung der Landschaft von Schwarzer Laber und Donau.

Schultzes reiches Interessenspektrum führte ihn in weitere Betätigungsfelder wie Malerei, Grafik und Fotografie. Fotoapparat, Papier und Bleistift waren seine ständigen Begleiter, sei es bei Urlaubsbergtouren, Kuraufenthalten in Italien oder auf Dienstreisen zu den thurn und taxisschen Besitzungen nach Kroatien. Überall entstanden qualitätvolle Zeichnungen und Fotografien, die auf ein gutes Auge schließen lassen. Im Ruhestand widmete er sich ganz der Malerei.

Verständlich wird mit Schultzes großer Liebe für die Natur, warum diese zu einem Hauptthema seines Schaffens wurde. Der überzeugte Wanderer und Naturliebhaber entwickelte sich, wie man heute sagen würde, zu einem echten Natur-, Umwelt- und Heimatschützer.

Freilich war das in dieser Epoche bereits en vogue. Schultze aber referierte nicht nur darüber in zahlreichen Lichtbildvorträgen. Er war im wahrsten Sinn des Wortes ein Mann der Tat und erwarb einen bei Großprüfening an der Donau bei Regensburg liegenden, dem Untergang durch Kalkabbau geweihten Höhenzug. Diesen machte er der Stadt Regensburg zum Geschenk mit der Auflage, dass dort niemals eine Bebauung o.Ä. stattfinden würde. Noch heute führen schmale Wege die Wanderer dort durch den „Max-Schultze-Steig“.

Als Bergsteiger genügten dem Oberbayern Schultze die oberpfälzischen Höhen freilich nicht. In die Alpen zog es ihn, die Dolomiten wurden sein geliebtes Urlaubsziel und Urlaubsidyll. Auch hier fotografierte, malte und zeichnete er. Zudem trug er einen Teil der Kosten für den Bau der bis heute bestehenden „Regensburger Hütte“ auf der Cislesalm oberhalb von St. Christina im Grödnertal.

Schultze stellte Zeit seines Arbeitslebens sein umfangreiches Wirken in den Dienst für seinen langjährigen Arbeitgeber, Fürst Albert von Thurn und Taxis.
Erbprinzessin Helene von Thurn und Taxis, Fürst Alberts Mutter, engagierte Schultze 1872 für das fürstliche Baubureau. Ab 1883 übernahm Fürst Maximilian Maria die Leitung des Hauses und übertrug den Neubau des Südflügels von Schloss St. Emmeram in Schultzes Verantwortung. Zwei Jahre später starb der junge Fürst, Nachfolger wurde sein Bruder Albert, der das fürstliche Haus bis zum Jahr 1952 leiten sollte.

Zwischen Fürst Albert und Max Schultze entwickelte sich, soweit das in dieser Zeit möglich und „schicklich“ war, ein äußerst vertrauensvolles Verhältnis. Der gerade volljährig gewordene Fürst schätzte die Arbeitsweise seines kunstsinnigen Architekten, und beide verband die Vorliebe zum Stil des Historismus, dem Max Schultze im Südflügel ein deutschlandweit beachtetes Denkmal setzte. Immerhin ist dieser zwischen 1883 und 1888 errichtete und stolze 165 Meter lange Trakt nach den Schlössern König Ludwigs II. der letzte Schlossbau in Bayern überhaupt.

In einem für Fürst Albert selten emotionalen Schreiben verabschiedete er seinen Architekten in den nach vierzig Dienstjahren tatsächlich wohlverdienten Ruhestand mit den Worten:

„Meinem lieben Baurat Schultze!
Zu meinem lebhaften Bedauern haben Sie sich wegen Ihrer Gesundheitsverhältnisse veranlasst gesehen, vom 1. Dezember l. J. an um die Enthebung von der Leitung des Fürstlichen Schloßbauwesens und um die Bewilligung Ihres gänzlichen Ausscheidens aus dem Dienste nachzusuchen. So schwer es Mir auch wird, Sie zu verlieren, so will Ich doch Ihrer Bitte willfahren und zwar mit Wirkung vom 1. Februar 1913 ab, weil Ich wünsche und hoffe, dass die Ruhe Ihrer Gesundheit förderlich sein werde.
Eine lange Reihe von Jahren haben Sie, Mein lieber Oberbaurat, sich in Meinen Diensten bemüht, treu haben Sie alle Pflichten erfüllt und durch Ihre vielseitigen Kenntnisse, Ihre unermüdlich großzügige Tätigkeit, Ihre Umsicht und Ihre hochkünstlerische Veranlagung Werke geschaffen, die Ich sehr schätze – dauernde Denkmale Ihres Wirkens und Ihrer schöpferischen Gestaltungskraft.
Empfangen Sie darum Meinen wärmsten Dank für die treuen Dienste, welche Sie Mir und Meinem Hause geleistet haben.
Ich behalte mir vor, auch fernerhin gegebenen Falls Ihren künstlerischen Rat einzuholen.
Zum Zeichen Meiner besonderen Anerkennung habe ich verfügt, daß Sie mit dem Titel und Range eines fürstlichen Oberbaurats in Unseren Listen weitergeführt werden.

Mit huldvollen Gesinnungen bleibe ich stets
Ihr treuer Albert
Auf der Hütte
Am 23. Oktober 1912“

 

Bibliographie (Auswahl)

Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 29, München/Leipzig 2001, S. 93f.

Art. „Max Schultze (Künstler)“, in: Wikipedia. Die freie Enzyklopädie [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Schultze_(K%C3%BCnstler); letzter Zugriff: 24.05.2017)

Bauer, Karl: Regensburg. Kunst-, Kultur- und Sittengeschichte, Regensburg 62014, S. 592f. u. ö.

Baumann, Wolfgang: Das fürstlich Thurn- und Taxissche Schloß St. Emmeram in Regensburg. Architektur und Zimmerdekorationskunst im Historismus 1872-1912. 3 Bde., Inaug.-Diss. Regensburg 1991, hier bes. Bd. 1, S. 79-95.

Baumann, Wolfgang: Max Schultze. Architekt, Künstler und Alpinist (1845-1926) zum 150. Geburtstag, in: Die Oberpfalz 83 (1995), S. 145-162.

Baumann, Wolfgang: Max Schultze. Architekt, Künstler und Alpinist. Ein Portrait anläßlich des 150. Geburtstags, in: Regensburger Almanach 1996, Band 26, Regensburg 1996, S. 170-178.

Dechent, Werner: Max Schultze. Architekt – Maler – Fotograf – Naturliebhaber und -schützer, unveröffentlichtes Manuskript [o.O. u. o. J.].

Feuerer, Thomas und Sedlmeier, Josef: „Apostel für die Schönheit der Umgebung Regensburgs“. Max Schultze (1845-1926) als Landschaftsfotograf, in: Regensburger Land 3 (2017), S. 91-133.

Feuerer, Thomas: Einleitung, zu: Schultze, Max: Aus meinen Vorträgen über die Umgebung Regensburgs in künstlerischer Beziehung, in: Die Oberpfalz 106 (2018), S. 259-274 und S. 338-353, hier bes. 259-262.

Germann-Bauer, Peter und Groschwitz, Helmut (Hg.): Tradition und Aufbruch. Die Oberpfälzische Kreisausstellung 1910. Katalog zur Ausstellung im Historischen Museum der Stadt Regensburg, 21. Mai bis 29. August 2010, hier bes. S. 85f. und S. 200-202.

Laßleben, Johann Baptist: Max Schultze, in: Die Oberpfalz 19 (1925), S. 87.

Oberpfälzische Kreis-Ausstellung für Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft zu Regensburg im Jahre 1910 Mai bis September, verbunden mit einer Sonderausstellung für christliche Kunst. Amtlicher Katalog, Regensburg [1910], S. 78.

Piendl, Max: Ein Jahrhundert Schloßbaugeschichte Regensburg 1812-1912, in: Thurn und Taxis-Studien 11 (1979), S. 41.

Rösch, Adina Christine: Das Burgschloss König Ludwigs II. auf dem Falkenstein – ein „kaum existierendes Kunstwerk“ (Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung, Reihe A: Forschungen, Band 18), Braubach 2016.

Schad, Carl: Max Schultze. Ein Strauß auf den Tisch des Siebzigjährigen, in: Die Oberpfalz 9 (1915), S. 91-96, Abb. 1-14 auf S. 82-108.

Schmid, Peter (Hg.), Geschichte der Stadt Regensburg, 2 Bde., Regensburg 2000, bes. S.1199-1202, S. 1215, S. 1217 u. ö.

Schubert, Dietrich: „Im Sturme treu – in Treue fest“. Das Krieger-Denkmal des 11. Bayerischen Infanterie-Regiments von Max Schultze in Regensburg, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 120 (1980), S. 521-532.

Thieme, Ulrich / Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 30, Leipzig 1935, S. 336.

Wiener, Anton u. a.: Die künstlerischen Mitarbeiter der „Oberpfalz“ auf der Kreisausstellung, in: Die Oberpfalz 4 (1910), S.199-204, hier bes. S. 201f.

 

 

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